Regenerativste Kommune 2008

In Kooperation von Bündnis 90/Die Grünen, dem Solarenergieverein Osnabrück und dem BWE Regionalverband Teutoburger Wald/Wiehengebirge wurden im dritten Jahr in Folge diejenigen Kommunen ermittelt, die den meisten Strom aus erneuerbaren Energiequellen produzieren. Die Auswertung der Ergebnisse wurde am 17. April 2009 im Gasthaus Rahenkamp in Voxtrup vorgestellt.

Für das Jahr 2008 erzielte Melle den höchsten Zuwachs - in Relation zur Bevölkerungszahl - an Strom aus erneuerbaren Quellen aller Kommunen im Osnabrücker Land. Dort wurden im letzten Jahr Regenerativstrom-Anlagen ans Netz gebracht, die insgesamt 20.792,4 kW (+3.804,2 kW) Strom produzieren können - eine Steigerung zum Vorjahr um gut 22%. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist das eine Steigerung um 6,6 %. In keiner anderen Kommune des Osnabrücker Landes wurden pro Einwohner mehr Leistung aus erneuerbaren Energien zusätzlich aufgestellt.

Wir gratulieren Melle sehr herzlich zu diesen guten Ausbauzahlen und zum Siegerplatz 2008!

Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang aber auch die Zahlen aus der Samtgemeinde Neuenkirchen. Denn sie produziert - in Relation zu ihrer Bevölkerung - den mit Abstand größten Anteil an Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Nämlich: fast 88 %!

Wenn auch mit großem Abstand zu Neuenkirchen folgt auf Platz zwei die Gemeinde Bohmte. Auf dem Gebiet dieser Kommune werden immerhin fast 55 % des durchschnittlichen Stromverbrauchs je Einwohner aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Das sind immerhin fast 4 % mehr als im Jahr 2007. Stärker haben nur Melle (6,6 %) und die Samtgemeinde Bersenbrück (5,4 %) zugelegt. Absolut betrachtet, gingen 2008 in Bohmte Anlagen mit 596 kW Leistung neu ans Netz, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen produzieren. In der Samtgemeinde Neuenkirchen waren es 888 kW, in Bramsche 1.280 kW, in der Samtgemeinde der Bersenbrück 2.510 kW und in Melle 3.804 kW.

Insgesamt können Regenerativstrom-Anlagen im Osnabrücker Land seit 2008 fast 12.400 kW mehr produzieren als im Vorjahr: alle zusammen über 244.000 kW. Das ist ungefähr so viel, wie fast 38.000 Menschen im Jahr durchschnittlich an Strom verbrauchen.

Den in dieser Hinsicht weitaus größten Nachholbedarf haben die Gemeinden Bissendorf, Hagen a.T.W. und Bad Rotenfelde, die jeweils nur etwa 0,5 % ihres Strombedarfs pro Einwohner aus erneuerbaren Energiequellen beziehen, Bad Rothenfelde sogar nur 0,2 %! Das genaue Zahlenmaterial und eine Präsentationszusammenfassung findet sich unten bei den Dokumenten-Links.

Die Anstrengungen der vergangenen Jahre zeigen also Wirkung. Es bleibt aber immer noch viel zu tun, um von der konventionellen Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen wegzukommen. Denn diese Brennstoffe sind nicht nur endlich in ihrem Vorkommen und werden somit bald aufgebraucht (und damit immer teurer) sein, sondern belasten auch das Klima mit zusätzlichem, schädlichen CO2. Ein weiterer Pluspunkt der erneuerbaren Energien ist, dass das Geld, was damit verdient wird, nicht in die Kassen von Großkonzernen und ihren Aktionären abfließt, sondern in der Region bleibt und die örtliche Wirtschaft stärkt.

Viel Potential bieten dabei noch Fotovoltaik-Anlagen. Von ihnen gibt es jetzt etwa 2.000 Stück im Osnabrücker Land. Das ist ein Plus von 34 % nur im letzten Jahr. Noch höher ist die Steigerung der neu installierten Leistung dieser Fotovoltaikanlagen. Sie stieg um fast 55 % auf 22.935 kW. Das ist in etwa so viel, wie 3.500 Menschen im Schnitt verbrauchen.

Wer daran denkt, sich in diesem Jahr in eine Fotovoltaik-Anlage zu investieren, kann sich über stark gesunkene Anlagen-Preise und damit eine deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit freuen.